Am Montag den 19. Mai haben sich zwei harte Jungs im Schulzimmer ihrer Klassenlehrerin getroffen, um zusammen mit Herrn Nigg ihren 3 ½ tägigen Trip raus aus dem Albisbrunn, rein in die Voralpen vorzubereiten. Mit viel Elan und Motivation haben Marcio und Kevin Finanzpläne geschmiedet, Outdoor-Material  begutachtet und anprobiert, über deren Verwendung respektive Notwendigkeit beraten, Fahrräder in Stand gestellt, Rucksäcke gepackt und sich über die Route Gedanken gemacht.

Tourendaten:

Niederurnen – Klausenpass – Silenen mit dem Fahrrad (ca. 90 km und 1700 Höhenmeter)
Silenen – Pfaffen Hexensteig – Flüelen zu Fuss (ca. 20km und 850Höhenmeter)
Flüelen – Luzern mit Kursschiff wegen schlechtem Wetter auf See
Luzern – Weggis im Kanadier (ca. 10km und 3 Höhenmeter)
Weggis – Hausen am Albis mit dem Fahrrad (ca. 40km und 300 Höhenmeter)

Projektwoche_Outdoor - 03 Am Dienstag 08.30 ging es dann endlich los. Frau Acero fuhr  die drei Abenteurer im Albisbrunn-Bus mit den Fahrrädern im Gepäck nach Niederurnen im Glarnerland und setzte sie dort auf dem erstbesten Parkplatz aus. Gemütlich und voller Vorfreude auf die Passstrasse, pedalte das Powerteam die ersten 20 Kilometer nach Linthal und legte dort seine erste Mittagsrast ein. Überlegt kaufte man zusammen ein, hatten die drei doch nur 15 CHF pro Tag pro Person zur Verfügung. Wohlgenährt ging es eine Stunde später los, die erste Herausforderung der Tour zu meistern. Mit Hilfe von sehr viel Beinkraft, Willenskraft und Kraftausdrücken überwand das Albisbrunn-Outdoor-Team in nur vier Stunden die 24 Kilometer und  1300 Höhenmeter und wurde neben der wunderbaren Aussicht (die zum Zeitpunkt der Ankunft niemanden wirklich interessierte) mit einer warmen Schoggi im Passhöhen-Restaurant belohnt. Die darauf folgende 27 Kilometer lange Abfahrt nach Altdorf war dann auch das Highlight des Tages, besonders im Wissen um die Strapazen des Aufstiegs. Nach einem kurzen Einkaufs-Stopp im Urnertor kämpfte sich die unterdessen etwas angeschlagene Gruppe gegen den Föhn noch nach Silenen, wo sie ihr Gepäck von Frau Furrer und Herrn Eder in Empfang nehmen durften und das unterdessen nicht mehr so geliebte Fahrrad abgeben konnten. Die anschliessende Kost, bestehend aus Büchsenravioli, wurde genossen wie ein echtes Festessen. Zum Schluss zog die müde Truppe in eine leerstehende Scheune ein und schlief einen „tüfen, gsunden Schlaf“.

Projektwoche_Outdoor - 01Ausgeschlafen und gut gelaunt  standen die Wanderer am Mittwochmorgen auf und frühstückten gemütlich, bevor sie die kleine Bergseilbahn auf den Chileberg in Silenen bestiegen, um die ersten Höhenmeter etwas lockerer angehen zu können. Oben angekommen, ging es steil bergauf Richtung Pfaffen, dessen Fuss ca. 1 ½ Stunden später erreicht wurde. Nun hiess es sich der Hexe zu stellen, bewaffnet mit Klettergurten und Steigset. Mutig drangen die Gipfelstürmer in die Felsverwerfung ein und kämpften sich während fast 1 ½ Stunden „mit Seil und Haken, den Tod im Nacken“ über schwebende Baumstämme und eiserne Griffe Meter um Meter durch den Hexensteig hoch. Oben angekommen bot sich als Belohnung ein wunderschönes Panorama in die Urner Bergwelt, welches diesmal auch wirklich genossen werden konnte. Ein steiler Abstieg und kurze Mittagsrast später, wanderten unsere Wandervögel frohen Mutes auf dem Höhenweg Richtung Erstfeld, welches nach einem rasanten Abstieg zum Schluss, um ca. 18.00 Uhr erreicht wurde. Nach einem kurzen Einkauf im Coop machten sich die drei auf die letzten paar Marschkilometer nach Flüelen auf, „gaht ja nur no gradus!“.  Auch wenn es nur noch geradeaus ging, so waren die drei Legionäre dann doch froh, als sie das Nachtlager unter dem Vordach eines Ruder-/Fussballsporthaus in Flüelen aufschlagen konnten, wo sie mit Mühe die Schuhe auszogen und die frische Luft und die feinen Servelas von Uri geniessen konnten, bevor sie wiederum im Land der Träume versanken.

Projektwoche_Outdoor - 02Nach einer stürmischen Nacht und einem weiteren feinen Zmorgen, verschoben die drei Süsswassermatrosen an das Ufer des Vierwaldstättersees um zu bemerken, dass der See ihnen schlecht gesinnt ist. Um Poseidon nicht all zu sehr herauszufordern, verluden sie den Kanadier in das Kursschiff nach Luzern. Bei eitel Sonnenschein wasserten die drei dann in Luzern und ruderten unter den Augen des Pilatusdrachen durch das Luzerner Becken Richtung Weggis. Schon im Küssnachter Becken wurden die Arme immer schwerer und das Wetter rauer. Vor Hertenstein wurden die drei Seefahrer dann doch noch etwas vom Wetter überrascht und mussten die letzten 2 Kilometer mit etwas Motorenkraft die Wellen brechen. In Weggis angekommen hatte das Land neuen Wert gewonnen und unter der Dusche verwandelten sich die drei Piraten wieder in Landratten. In einer spektakulären Aufräumaktion wurden alle Böötli wieder zu ihren Besitzern gebracht, überflüssig gewordenes Material deponiert, die Fahrräder und Schlafsäcke zum letzten Übernachtungsplatz verfrachtet und drei feine Pizzas ins gemütliche Forsthaus im Wald geschmuggelt. Mit viel Appetit und Genuss wurden die Pizzas verschlungen und die letzten Tage Revue passiert, bevor auch an diesem Abend allen die Lichter schnell wieder ausgingen, als sie mal in den Schlafsäcken steckten.

Am Freitagmorgen wurden die drei Biwak geprüften von einer grauen kalten Welt begrüsst, um noch ein letztes Mal herausgefordert zu werden. Nach dem letzten feinen Frühstück diese Woche, brach die wetterfeste Mannschaft auf, um auch noch die letzten 40 Kilometer ins Albisbrunn zurückzulegen. Je näher sie dem Albisbrunn kamen, umso heller wurde das Wetter und umso grösser die Vorfreude nach drei harten aber erlebnisreichen Tagen Outdoor zurück zu kommen in das Heim, indem Milch und Honig fliesst.

Nach ca. 160 Kilometer und 2850 Höhenmeter auf dem Fahrrad, zu Fuss und im Kanadier, sind die zwei Helden vom Anfang der Geschichte gesund und munter, wenn auch etwas geschafft, in Albisbrunn wieder angekommen. Voller Stolz und innerem Feuer konnten sie am Nachmittag ihren nicht ganz so harten Kameraden, die im Albisbrunn geblieben waren, erzählen, von tiefen Tälern, hohen Bergen, hartem Fels, weichen Knien, heissen Ravioli, kaltem Wasser und so manchem mehr „was erlebt wer nach draussen geht.“

Bericht von Thomas Nigg

 

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