Morgensport. Start 08:00: Turnhalle Albisbrunn. Was zuerst vielleicht etwas militärisch klingen mag, ist in Wirklichkeit der ritualisierte Morgeneinstieg für alle Schüler im Albisbrunn. Neben sportlicher Aktivität gehört auch ein Frühstück dazu.
Doch werfen wir zuerst einen Blick zurück. Im Schuljahr 12/13 führte eine Klasse der Sekundarschule das Projekt „Aufsteh’n“ durch. Dieses Projekt setzte sich zum Ziel, die Jugendlichen durch Morgensport zu aktivieren, sie nach der Aktivität duschen zu lassen und somit das Hygienebewusstsein zu stärken sowie ihre Leistungsfähigkeit in den anschliessenden Schulstunden zu steigern. Teil des Projektes war auch ein gemeinsames Frühstück nach dem Sportunterricht, welches im Schulzimmer eingenommen wurde. Fazit nach dem Schuljahr: Die Jugendlichen waren fokussierter im Unterricht, hatten weniger Konflikte untereinander und die Jugendlichen waren geduscht. Kurz, die Unterrichtsqualität wurde gesteigert.
Zurück in die Gegenwart. Auch heute treffen wir unsere Jungs jeden Morgen in der Turnhalle an. „Get up, stand up 730“ heisst die Geschichte heute. Geändert hat sich im Vergleich zum Projekt von damals nicht viel. Das Morgenritual geniesst seit dem Sommer keinen Projektstatus mehr, sondern ist fixer Bestandteil der Schülertagesstruktur. Entwickelt und umgesetzt wurde es von den Abteilungen Sozialpädagogik und Schule gemeinsam. Vor dem Morgensport wird jetzt auf der Wohngruppe gemeinsam gefrühstückt. Ein Anruf des Schulsozialpädagogen auf den Gruppen klärt, welche Schüler am Morgentisch waren und die Hausaufgaben gelöst haben, und welche nicht. „Fehlstarter“ und Verletzte kommen direkt in die Schule, alle anderen sitzen um 08:00 Uhr im Kreis der Turnhalle.
Die Lehrpersonen wechseln sich mit der Vorbereitung der Turnlektionen ab. Das Hauptthema ist jedoch vorgegeben: Am Ende jedes Quartals steht ein Spielturnier an, auf welches es sich vorzubereiten gilt. Aktuell: Das Basketballturnier. Die Schüler dribbeln, schwitzen, kämpfen, foulen, lachen, passen, werfen. Und die Lehrpersonen tun es ihnen gleich. Erhitzte Gemüter und testosterongeladene Zweikämpfe gehören da einfach dazu. Eine Entschuldigung hinterher. Und weiter geht’s.
Einmal mehr erweist sich der Sport als ein hervorragendes Lernfeld für Jugendliche (und Erwachsene).
Immer eine Lehrperson ist für die erste Lektion der „Watcher“, welcher Beobachtungen in einem entsprechenden Raster festhält und diese am Ende des Sportunterrichts rückmeldet. Diese Feedbackrunde spiegelt den Sportlern ihren Einsatz und ihr Verhalten. Für jeweils zwei Klassen heisst es dann weiterturnen in der regulären Sportstunde. Die anderen beiden verabschieden sich via Duschkabine ins Schulzimmer.
Ein erstes Fazit seit der Einführung im Sommer 2014 bringt eine Lehrperson sehr treffend auf den Punkt: „Es ist ganz klar, wir erleben dank dem gemeinsamen Sport ein viel stärkeres „Wir-Gefühl“ zwischen den Schülern, aber auch zwischen Schüler und Lehrer.“
Demnächst werden unsere Schüler & Lehrer auch in einheitlichen Tenues den Morgensport meistern. Das Schülerparlament wurde dazu beauftragt, einen Wettbewerb für ein Logo & einen Slogan für den Morgensport und die Tenues zu starten. Die Resultate werden wir bald in der Turnhalle herumflitzen sehen.
Toni Rogenmoser, Schulsozialpädagoge
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