Das Jugendalter. Die Zeit des Ausprobierens und des Entdeckens. Dies gilt insbesondere auch für Drogen legaler und illegaler Art. Hier sehen sich unsere Jugendlichen grossen Herausforderungen gestellt, wenn es darum geht, in der Phase des Heranwachsens einen massvollen Umgang mit legalen und eine Abstinenz von illegalen Drogen zu erreichen. Ein Drittel aller männlichen Jugendlichen in der Schweiz haben bereits einmal Cannabis konsumiert (Quelle: suchtschweiz.ch). Diese Realität spiegelt sich auch in Albisbrunn wieder. Unsere Jungs werden durch Faktoren wie ein schwieriges privates Umfeld oder negative Schulerfahrungen aber zusätzlich gefordert. Sie sind dadurch anfälliger auf einen problematischen Drogenkonsum als Jugendliche mit ausgeprägteren Schutzfaktoren.

Albisbrunn hat in diesem Bereich als Institution eine wichtige Funktion. Unsere Suchtarbeit steht auf drei Säulen: Prävention (wie können sich Jugendliche schützen?), Alternative (was können sie tun, anstatt zu konsumieren?) und Sanktion (wie wird Konsum bestraft?).

Um unsere Jugendlichen mit diesen drei Grundsätzen zu unterstützen, braucht es eine verwertbare Grundlage über den Konsum eines „Albisbrunners“. Werden weiche Drogen konsumiert? Oder sind gar harte Drogen im Spiel? Unabhängig davon, welche Konsequenzen bei einem allfälligen Konsum anstehen, muss dieser gemessen werden können. Das Resultat dient (neben anderen Fakten) als Grundlage für die Zusammenarbeit mit dem Jugendlichen zum Thema Sucht.

Dies wird in Albisbrunn seit längerer Zeit mittels Urinproben sichergestellt, die den Jugendlichen regelmässig abgenommen werden. Die Proben wurden in der Vergangenheit an das Universitätsspital Zürich geschickt, wo der Urin auf die gewünschte Substanz überprüft wurde. Die hohen Kosten und die relativ lange Wartezeit bis zum Ergebnis hat die interne Arbeitsgruppe „Suchtmittel“ dazu veranlasst, neue Wege zu suchen. Das Ziel war, die Urinproben in Albisbrunn selber zu testen und somit Zeit und Geld zu sparen.

Nach dem Evaluieren verschiedener Systeme sind wir nun seit den Sommerferien soweit, die Tests „in-house“ zu machen. Dazu wurde ein Testteam zusammengestellt, welches nun zweimal die Woche Resultate zum abgegebenen Urin liefert. Durch die kürzere Wartezeit bis zum Resultat sind pädagogische Massnahmen nun schneller umsetzbar. Zukünftig werden wir zudem einiges an finanziellen Ressourcen einsparen können.

Unser neues Testgerät prüft den Urin auf 11 verschiedene Substanzen wie z.B. Cannabis, Kokain oder Heroin. Bei Cannabis haben wir zudem die Möglichkeit, mit Konzentrationswerten zu arbeiten. Dies ermöglicht differenziertere Aussagen über den Konsum. Es sind viele weitere Tests für eine grosse Bandbreite an Substanzen verfügbar. Wir sollten also für die Nachweisung aller möglichen Drogen gerüstet sein.

Toni Rogenmoser, Schulsozialpädagoge

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