Martin Gähwiler – vom Schreinerchef zum Bauleiter

Martin Gähwiler – vom Schreinerchef zum Bauleiter

Im Juni 1988 übernahm ich den Albisbrunn Spielwarenbetrieb als Betriebsleiter. Die Zielvorgabe war, den Spielwarenbetrieb neu zu organisieren, Marktanteile zu gewinnen und die Produktion in das CNC Zeitalter zu führen.

Als erstes wurde eine CNC Maschine evaluiert, beschafft und in die Produktion eingebunden. Nach intensiver Einarbeitungszeit, einführen der CNC Technologie und der Umorganisation des Betriebes konnten auch die Umsatzzahlen gesteigert werden. Vor allem der bereits eingeführte Export nach Japan entwickelte sich erfreulicherweise immer stärker. Anfangs der 90er Jahre hatten wir den Höhenflug in der Spielwarenabteilung. Nach dem EWR Nein am 06.12.1992 sank der Umsatz von Jahr zu Jahr markant. Im europäischen Markt verloren wir drastisch an Umsatz, da wir das CE Zeichen nicht verwenden konnten und sich die erforderlichen Zertifikate finanziell nicht lohnten, zu beantragen. Zudem wurde die Schweiz mit Holzwaren aus Billiglohnländern überschwemmt. Der Spielwarenbetrieb musste nach neuen Wegen suchen. Nach verschiedenen Abwägungen entschied sich die Stiftung 1995 für Investitionen und den Aufbau einer Fensterproduktion. Ab Mitte 1996 wurden die ersten Fenster produziert, erfreulicherweise war die Nachfrage von Anfang an sehr gut. Die Albisbrunn Fenster wurden dank regionalen Messebesuchen schnell zu einem Begriff in der Region. Dank fachkundiger Beratungen und zuverlässigen, sauberen Arbeiten lief der Fensterbau von Anfang an sehr gut.

1998 wurden die Schreinerei und der Spielwarenbetrieb zu den Holzbetrieben mit den Abteilungen Schreinerei, Fensterbau und Holzserienartikel zusammengelegt. Die ganze Organisation wurde nochmals angepasst und neu strukturiert. Bald mussten wir feststellen, dass der Betrieb in zwei Gebäuden auf total fünf Stockwerken und der Fensterlackiererei in einem weiteren Gebäude nicht rationell organisiert werden kann. Wir suchten Wege und Ideen. Bald kristallisierte sich ein Neu- oder Umbau im ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb Albishof heraus. Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und mit den Behörden diskutiert, aber schon bald mussten die Neubaupläne begraben werden. Die Schreinerei nahm nochmals einen Anlauf und schlug einen Umbau der Scheune Albisbrunn vor. Wir bekamen grünes Licht und konnten uns dann mit allen beteiligten Instanzen für die heutige Schreinerei entscheiden. 10 Jahre nach der Zusammenlegung der Holzbetriebe konnten wir im Januar 2009 die neuen Produktionsräume in einem Gebäude auf zwei Stockwerken inkl. Fensterlackierung in Betrieb nehmen. Für die Mitarbeiter eine spezielle Herausforderung, neu alle in einem Gebäude untergebracht zu sein, aber zugleich auch eine Erleichterung. Die neue Schreinerei ist viel heller, produktionstechnisch hervorragend eingerichtet und die Abläufe sind optimiert. Zudem profitierten alle vom Umzug der Schreinerei, es wurde Platz frei für weitere Veränderungen in den anderen Albisbrunn Betrieben.

Als Betriebsleiter der Schreinerei genoss ich viele Freiheiten und ein grosses Vertrauen. So konnte ich in den 28 Jahren vieles bewegen, verändern und erreichen. Es kam also nie Langeweile auf und ich fühlte mich als eigener Unternehmer. Zudem konnte ich Erfahrungen sammeln, weiterentwickeln, neue Netzwerke aufbauen und übergreifend in Abteilungen der Institution hineinsehen. Ich möchte die 28 Jahre nicht missen und würde auch rückblickend wieder in Albisbrunn anfangen.

Frühzeitig plante ich meine Zukunft und schon bei der Einweihung der neuen Schreinerei im Jahr 2009 war für mich klar, dass ich 2016 den Betrieb an einen Nachfolger übergeben möchte. Wir hatten also genügend Zeit, einen Nachfolger zu suchen und einzuarbeiten. Mein Stellvertreter entschloss sich, die Nachfolge zu übernehmen. Jetzt musste ich mich selber auf die Übergabe vorbereiten. Unzählige Gedanken und Fragen mussten geordnet werden. Die Vorbereitungen begannen und mir war bald klar, dass ich noch etwas Neues starten will. Ich bin nicht der Typ, der von hundert auf null fahren kann. Albisbrunn fragte mich an, ob ich die Bauführung für den Umbau der Gruppenhäuser übernehmen würde. Nach reiflichen Überlegungen sagte ich zu und gründete dann meine eigene Firma.

Schon bald wurde ich in die Planung miteinbezogen und anfangs 2016 begann dann meine neue Herausforderung mit dem Start der Umbauten. Ich musste mich jetzt umstellen. Albisbrunn wurde jetzt mein Kunde und meine Arbeitskollegen die Lieferanten und Handwerker der Gruppenhäuser. Eine neue und nicht immer einfache Situation. Schon bald ist das erste Gruppenhaus fertig und übergabebereit. Ich selber bin zufrieden mit der Situation und froh, mich für diesen Weg entschieden zu haben. Einzelnes kann, wie immer im Leben, noch verbessert oder geändert werden. Die neue Herausforderung bringt neue Erkenntnisse, neue Freiheiten, neue Vernetzungen und neue Befriedigungen.

Abschliessend waren die Entscheide, 1988 in Albisbrunn als Betriebsleiter anzufangen und 2016 eine eigene Firma zu gründen, die richtigen. Ich freue mich weiterhin auf Begegnungen mit Menschen und auf das Mitwirken bei Neuem und bei anstehenden Veränderungen. Ich bedanke mich bei allen Wegbegleitern der letzten 28 Jahre und das entgegengebrachte Vertrauen.

Martin Gähwiler, Bauleiter

Newsletter Abonnieren

Newsletter Abonnieren

Wollen Sie immer auf dem Laufenden bleiben was in Albisbrunn passiert? Melden Sie sich für unseren Email-Newsletter an!

Der Newsletter erscheint alle zwei bis drei Monate. Wir werden Ihre Emailadresse niemals weitergeben und Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet. Eine Bestätigung wurde Ihnen per E-Mail zugestellt.

Pin It on Pinterest