Bereits das zweite Jahr haben Justin und ich zusammen Kerzen gegossen. Meist passiert dies vor Weihnachten, da die Kerzen als Geschenke für Familie oder Freundinnen dienen. Ich freue mich jedes Jahr wieder darauf. Das Kerzengiess-Atelier ist ein wenig alt und klein. Es können nur immer wenige Jungs mit einer“ Kerzengiesschefin“ darin herum werkeln. Mit (meist) guter Musik und kleinen Schokoladenkugeln verbringen wir gemeinsam die Nachmittage oder Abende dort.

Diese Abende, im dampfenden Räumchen, werden mich künftig wohl immer an die Weihnachtszeit in Albisbrunn erinnern.

 

Nun erklärt Justin das Vorgehen des Kerzengiessens.

Zuerst ist da die Form. Es gibt viele unterschiedliche Formen die aus Plastik angefertigt sind. Die klassische Runde, aber auch eckige, dreieckige aber auch ganz spezielle Formen stehen zur Auswahl. Jetzt kommt der Docht, welcher durch ein kleines Loch im Boden der Form gezogen wird. Unterhalb von dem kleinen Loch wird ein Knopf in den Docht geschlungen und mit Knetmasse verstärkt. Am anderen Ende ist die grosse Öffnung. Durch den Docht wird eine lange Nadel gezogen, die genau bündig über dieser Öffnung liegt. Das ganze Konstrukt wird in ein Becken mit Sand gestellt. Kreativität ist nun gefragt, es können Zimtstangen, getrocknete Orangenscheiben, Nüsse, Herzchen Glitzer oder sonstige Dinge in die Form gegeben werden. Je nach Geschmack.

Jetzt kommen wir zum Wachs. Es wird ein Topf mit Wasser zum Kochen gebracht. In diesen Topf stellen wir ein Gefäss mit hartem Wachs. Das Grundwachs ist entweder weiss oder durchsichtig. Um die  Farbe des Wachses zu bestimmen, kann man farbige, kleine, getrocknete Pigmente beifügen. Der Behälter mit dem Wachs soll danach ins Wasserbad kommen. Es wird gewartet bis das ganze Wachs flüssig ist. Mit einem Thermometer wird die Temperatur des Wachses gemessen, ideal sind 80°C.  Danach wird das heisse Wachs in die vorgefertigte Form gegossen.

 

Anschliessend muss man einen halben Tag warten, bis die Kerze aufgefüllt werden kann. Da sich das Wachs zusammenzieht, kann man nicht in einem Schritt die ganze Form auffüllen, da das Wachs im trockenen Zustand irgendwie (die Chemie könnte es erklären, ich leider nicht) schrumpft.

Ich habe meiner Mutter eine Kerze gegossen in meinen Lieblingsfarben rot und blau, meines Lieblings-Fussballclubs, dem FCB. Auch meiner Schwester habe ich eine Kerze gegossen, ein rotes Herz. Beide Frauen haben sich, wie auch schon das letzte Jahr, sehr darüber gefreut. Diese Kerzen stehen nun bei ihnen zu Hause auf dem Fenstersims.

Justin, Schüler Berufsfindungsklasse und Greta Bachofner, Sozialpädagogin in Ausbildung

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