„Schülerparlament beginnt in 5 Minuten!“. So ertönt es jede zweite Woche in der 10 Uhr Pause der Sekundarschüler in Albisbrunn. Die Delegierten wissen, was damit gemeint ist und begeben sich schnurstracks ins Mehrzweckzimmer des Schultrakts. Denn wer zu spät kommt, darf nicht teilnehmen.
An Weihnachten 2013 wurde das Schülerparlament durch Thomas Nigg (wieder)eröffnet. Sinn und Zweck des Gefässes war und ist der Einbezug der Schüler in die Gestaltung des Schulalltags. Diese Gestaltung hat natürlich die eine oder andere Einschränkung, denn in der Sekundarschule finden die Schüler Abläufe und Regeln vor, welche nicht verhandelbar sind. Genauso wenig wird über Schulstoff oder gewaltverherrlichende Inhalte diskutiert. Soweit so gut. Wo dürfen die armen Kerle denn überhaupt mitbestimmen, mögen sie sich hier fragen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, antworte ich darauf und nenne gleich einige Beispiele aus den vergangenen Monaten.
Ein Dauerthema bei der Schülerschaft ist das Znüni. Diese haben seit der Einführung des Morgensports einen erhöhten Energiebedarf, den es zu decken gilt. Aus diesem Grund haben die Delegierten (je ein Schüler pro Klasse) mit dem Schulsozialpädagogen zusammen nach Lösungen gesucht. So wurden Anträge an die Küche geschrieben, Vorschläge zur Umsetzung entworfen und auch umgesetzt. Ein Znüniämtli war geboren. Leider war die Verbindlichkeit der Schüler zur Ausführung des Ämtlis teilweise nicht sehr hoch, worauf die ganze Aktion mehrmals gestoppt und mit neuen Ideen wieder gestartet wurde. Im Moment haben die Schüler kein gemeinsames Znüni, können sich aber ein solches am Morgen auf der Gruppe selber zubereiten. Das aktuelle Parlament ist auf jeden Fall drauf und dran, eine Wiedereinführung zu bewirken.
Ein weiterer Schwerpunkt im vergangenen Schuljahr war der Entwurf eines Logos plus Slogan sowie die Gestaltung der Trikots für den Morgensport. „Get up Stand up 730“ (im Mitarbeiterjargon nur „gusu730“ genannt) und der markante Bizeps als Logo waren die Ergebnisse. Das Schülerparlament bestand bei der Farbwahl der Trikots darauf, in den Albisbrunnfarben auflaufen zu dürfen. Ja, sie haben richtig gelesen!
Die Bilder im Anhang zur Entstehung von Logo, Slogan und Trikot zeigen auch einige Entwürfe, die es leider nicht ins Finale geschafft haben.
Die Absichten hinter der Wiedereinführung des Parlaments lassen sich auf wenige Punkte reduzieren.
- Die soziale Komponente: Die Delegierten sprechen nicht nur für sich oder ihre eigenen Interessen. Sie vertreten ihre Klasse oder eine Interessensgruppe. Das Wahrnehmen für die Bedürfnisse und Anliegen der Klassenkameraden soll dadurch gefördert werden.
- Mitbestimmung: Die Schüler sollen ein Gefäss für ihre Anliegen zur Mitgestaltung des Schulalltags haben und in diesen ernst genommen werden.
- Förderung der Eigeninitiative: Von nichts kommt nichts. Mit dieser Grundhaltung begegnen wir den Delegierten. Im Parlament „muss“ gar nichts passieren. Die Schüler „dürfen“. Wer aber etwas verändern möchte, sollte bereit sein, auch mal die eine oder andere Minute ausserhalb der Schulzeit zu investieren.
Wir dürfen gespannt sein auf weitere grosse oder kleine Projekte des Parlaments.
Toni Rogenmoser, Schulsozialpädagoge
Neueste Kommentare