Schon als junges Mädchen habe ich von Albisbrunn erfahren. Ein Arbeitskollege meiner Mutter hat damals beschlossen, eine Lehrerstelle in Albisbrunn anzunehmen. Wie es gestern gewesen wäre, höre ich meine Mutter noch heute, wie sie am Mittagtisch sagt: «Der hält es nicht lange dort aus.» Das machte mir Eindruck und ich stellte mir die Jungs vor, die dort wohnen und in die Schule gehen. Einige meiner Klassenkameraden sah ich auch im Albisbrunn. Wahrscheinlich, weil ich sie am liebsten los haben wollte.
Jahre später, selber schon Mutter von zwei Kindern und tätig in einem Heim, lernte ich Albisbrunn durch meinen Mann kennen, der mit der Schreinerei zu tun hatte. Albisbrunn faszinierte mich auf ein Neues und ich beschloss, wenn irgend möglich, mich einmal um eine Stelle dort zu bewerben. Im Spätherbst 2014 war es dann endlich soweit. Auf das Inserat im Anzeiger bewarb ich mich um die Stelle als Betriebsleiterin Hauswirtschaft und Liegenschaften Verwaltung.
Am 12.12.2014 dann durfte ich meinen Schnuppertag antreten. Schon dort wurde ich freundlich von allen begrüsst und ich fühlte mich sofort wohl in dieser Institution und konnte von ganzem Herzen ja zu meinem zukünftigen, neuen Arbeitsplatz sagen.
Trotzdem ich mich auf meine neue Aufgabe freute, klopfte mein Herz ein wenig schneller, als ich am 4. Mai 2015 meine Stelle in Albisbrunn antreten durfte. Vreni Böni, meine Vorgängerin, gab sich enorm viel Mühe, mir alles zu erklären, zu zeigen, stellte mich überall vor und ich wurde herzlich von allen aufgenommen.
Nach einem Monat Einarbeitungszeit, in dem mir Vreni nach und nach alles übergab, hatte ich schon das Gefühl richtig dazuzugehören. Überall und immer wurde ich unterstützt, wenn ich Fragen hatte. Für diese Unterstützung möchte ich mich auf diesem Weg bei allen Kollegen und Kolleginnen bedanken, denn ohne sie hätte ich heute, nach erst 8 Monaten noch nicht einen so grossen Überblick über den doch grossen Betrieb mit so vielen Räumlichkeiten, die Weitläufigkeit des Areals, den Gepflogenheiten der Gruppen und Klassen und nicht zuletzt den verschiedenen, spannenden Menschen.
So bin ich, rund 50 Jahre nachdem ich zum ersten Mal etwas von Albisbrunn gehört habe, hier angekommen, um meinen letzten beruflichen Abschnitt zu erleben und freue mich auf viele spannenden Aufgaben, Gespräche, Kontakte und Herausforderungen. Die nächsten werden sein, die Wohngruppe Alagna zu zügeln und dann ihre Gruppe wieder einzurichten. Ebenfalls eine grosse Herausforderung wird das nächste Projekt zur Verbesserung der Schliessanlage.
Übrigens, die Vorstellungen, die ich als junges Mädchen von den Jungs im Albisbrunn hatte, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, ich habe schon manche gute Begegnungen mit einem der Jungs erlebt und freue mich immer wieder darauf, mit dem einen oder anderen etwas zu arbeiten oder mich mit ihm in einem Gespräch auseinander zu setzen.
Silvia Ammann, Betriebsleiterin Hauswirtschaft
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