Mein Name ist Silvio Vincenz.  Geboren bin ich in Urdorf, aufgewachsen jedoch in Muri, dort ging ich auch zur Schule und absolvierte meine Lehre als Kaufmännischer Angestellter. Nachdem ich im Jahr 2004 die Rekrutenschule beendet hatte, verschlug es mich nach Zürich in die Reisebranche. Die ersten 2 Jahre habe ich für die Reederei „Costa Kreuzfahrten“ gearbeitet. Danach wechselte ich in den Hauptsitz zu „Hotelplan“, wo ich mein  Fachwissen, welches ich mir bei „Costa Kreuzfahrten“ angeeignet habe, noch erweitern konnte. Ich war in erster Linie für Schiffsexpeditionen in die Arktis und Antarktis und die Lehrlingsbetreuung zuständig.

Nach 7 Jahren in der Reisebranche musste ein Wechsel her. Ich habe darum die Berufsmatura nachgeholt, um mir alle beruflichen Möglichkeiten zu öffnen. Ein guter Freund, der zu dieser Zeit die Ausbildung zum Sozialpädagogen im Jugenddorf in Knutwil machte, erzählte mir, wie sein beruflicher Alltag aussieht. Ich war von seinen Erlebnissen mit den Jugendlichen so beeindruckt und fasziniert, dass ich mich dort für ein Praktikum beworben habe. Bereits nach wenigen Wochen habe ich mich eingelebt und wohl gefühlt. Für mich war der Entscheid, eine Weiterbildung im sozialen Bereich zu machen, gefallen.

Im Mai 2013 bekam ich die Chance, meine Arbeit als „Sozialpädagoge ohne Ausbildung“ in Albisbrunn in der Wohngruppe „am Rebberg“ zu beginnen. Es war jedoch von Anfang an klar, dass ich im August auf die neue Wohngruppe „Handwerker“ wechseln werde.  Die Tatsache, dass das zukünftige „Handwerker“ Team schon auf der Gruppe „am Rebberg“ zusammengearbeitet hat, vereinfachte den Teamfindungsprozess.

Im September 2013 begann ich mit dem Studium Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ich habe mich für das berufsbegleitende Studium entschieden, da ich den Theorie-Praxis-Transfer als sehr wertvoll erachte. Die Ausbildung im Bereich der sozialen Arbeit ist sehr interessant. Ein grosser Vorteil des Studiums ist es, dass ich verschiedene Module wählen kann, die für meine Praxis relevant sind. Die Grundmodule werde ich im Sommer abschliessen. Anschliessend werde ich die Vertiefungsrichtungen „Kinder und Jugend“ und „Gesundheit und Krankheit“ auswählen.

Das Grundstudium besteht aus verschiedenen Pflichtmodulen, die mir das Fundament der Sozialen Arbeit näher bringen. Durch diese Pflichtmodule erwerbe ich mir ein Grundwissen, das mir hilft, eine eigene Haltung und ein Verständnis für die Soziale Arbeit zu bilden. Mir gefällt zum Beispiel der Ansatz von Thiersch. Sein alltags- und lebensweltorientierter Ansatz basiert auf  „Hilfe zur Selbsthilfe“.  Es geht darum, Klienten in ihrer Lebenslage zu verstehen, um daraus ihre verborgenen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und diese zu fördern, damit der Klient seinen Alltag selbstständig bewältigen kann. Diese Theorie wiederspiegelt meiner Meinung nach unsere tägliche Arbeit auf der Wohngruppe. Wir verbringen viel Zeit mit den Jugendlichen, erleben sie im Alltag und in der Freizeit, sind im ständigen Kontakt und können uns in ihre Lebenslage hineinversetzen. Mir persönlich ist es wichtig, ein fundiertes Wissen der Theorien anzueignen. Und auch wenn die Praxis und die Theorie teilweise schwierig zu vereinen sind, versuche ich, einzelne erlernte Methoden im Praxisalltag anzuwenden.

Die Arbeit in Albisbrunn gefällt mir sehr gut. Da ich selber gerne Sport mache und etwas unternehme, schätze ich das vielseitige Freizeitangebot. Ich bin sicher, dass ich mich für den richtigen Weg entschieden habe und freue mich auf zukünftige Herausforderungen.

Silvio Vincenz, Sozialpädagoge in Ausbildung

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