Ich lebe seit knapp zwei Jahren in der Stiftung Albisbrunn und absolviere hier meine Berufslehre zum Kaufmann. Anfangs war ich skeptisch, weil ich schon einmal zwei Jahre lang eine Institution besucht habe und kennenlernen durfte. Wenn ich heute zurück denke, war es wahrscheinlich der richtige Ort für mich, ich fühlte mich aber sehr unwohl. Ich denke dadurch hatte ich anfangs ein wenig Angst vor einer neuen Erfahrung. Schnell wurde mir jedoch bewusst, dass Albisbrunn ein guter Ort ist, um mich in meinen Entwicklungskrisen zu unterstützen.
Nun habe ich schon mehr als die Hälfte meiner Lehre zum Kaufmann hinter mir gelassen. Ich bin im dritten Lehrjahr und es macht mir Spass. Selbstverständlich habe ich auch Tage, an denen ich weniger Spass habe, oder weniger motiviert bin. Mittlerweile habe ich jedoch gelernt besser damit umzugehen. Aus meinem Blickwinkel lebt das Albisbrunn nach dem Motto:
„Wer seine Aufgaben zuverlässig erledigt, bekommt auch entsprechend seinen Freiraum.“
Es gefällt mir sehr, dass ich mich somit relativ frei bewegen kann, wenn ich gute Leistungen erbringe. Es gibt Tage an denen mir dies aber sehr schwer fällt. Mich an solch einem Tag selbst zu motivieren beherrsche ich aber jeden Tag ein wenig besser.
Auf meiner Wohngruppe herrscht ein gutes Klima, obwohl es manchmal ein wenig laut ist. Es gibt immer Leute mit denen man sich weniger versteht, das gehört im Leben dazu. Nicht nur mit den Jugendlichen verstehe ich mich gut, auch den Umgang mit den Betreuern empfinde ich als äusserst angenehm. Ich bin zufrieden an einem Ort wie diesem mein zweites Zuhause gefunden zu haben, wenn ich jemanden zum Reden brauche, habe ich verschiedene Optionen, einerseits mit Jugendlichen in der Stiftung, andererseits, hat auch meine Bezugsperson immer ein offenes Ohr.
Die Psychotherapie, welche einmal in der Woche stattfindet, ist ein vertraulicher Ort, an dem jeder Jugendliche darüber sprechen kann, was in zurzeit beschäftigt. Am liebsten rede ich aber immer noch mit meinen Freunden, die ich Zuhause habe.
Ich freue mich in den meisten Fällen, ein Teil dieser Wohngruppe zu sein und anerkenne das grosse Verständnis, welches mir in den meisten Fällen entgegengebracht wird, sehr. Die Sozialpädagogen arbeiten hier stehst für uns und helfen uns durch jeden Schlamassel. Um ehrlich zu sein, habe ich grosses Glück in Albisbrunn meine Ausbildung zu machen und im Gruppenhaus Sonnenlaube zu wohnen.
Hätte ich meine Lehre ausserhalb getätigt, wäre ich heute nicht auf diesem Stand, ich erhielt einige Chancen, die mir ausserhalb der Stiftung nicht gegen worden wären. Ich habe viele Fehler gemacht, bin aber durch die Mithilfe der Mitarbeitenden auf einem guten Weg diese Fehler zu analysieren und weitere Fehltritte zu vermeiden. Ich freue mich auf das kommende letzte Jahr, sowohl im Betrieb als auch auf der Wohngruppe Sonnenlaube.
Joshua, Lernender Kaufmann
[optinform]
Neueste Kommentare