Mit 17 Jahren, als ich das erste Mal das Albisbrunn besucht habe, lebte ich noch im Kleinheim Hirzel. Es war damals bereits klar, dass ich in eine neue Institution wechseln würde, weil ich dort keine interne Lehre absolvieren konnte. Als ich nach zweiwöchigem Schnuppern schliesslich aufgenommen wurde, hatte ich noch die Wahl zwischen der Ausbildung zum Polymechaniker oder der Lehre als Schreiner. Infolge dessen ging ich in beiden Betrieben schnuppern, um einen ersten Eindruck von der Arbeit zu bekommen. Ich stellte schnell fest, dass ich für beide Berufe nicht allzu grosse Begeisterung aufbringen konnte, musste mich allerdings für einen entscheiden.
Meine Wahl fiel auf den Polymechaniker weil mir gesagt wurde, dass man dort sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten habe. Da ich schon von Anfang an das Ziel hatte mich nach der Lehre schnell weiter zu entwickeln fand ich die notwendige Motivation um diese Ausbildung zu beginnen.
Mittlerweile bin ich im dritten von vier Lehrjahren angekommen und bin abgesehen von einer kleineren Krise bisher gut durch die Lehre gekommen.
In meiner Zeit im Albisbrunn habe ich viele Leute kennengelernt, obwohl ich von eher zurückhaltender Natur bin. Es war nicht immer eine einfache Zeit, da es in einem Heim mit vielen Jugendlichen klar ist, dass es hin und wieder zu Auseinandersetzungen und Machtkämpfen untereinander kommt. Mir war von Beginn an klar, dass ich mich darauf nicht einlassen wollte. Aus diesem Grund habe ich mich in solchen Situationen nur selten eingemischt. Ich war seit meinem Eintritt immer einer der ältesten Bewohner meiner Wohngruppe und konnte mich wahrscheinlich auch gerade deshalb gut von denjenigen abgrenzen die mir unsympathisch gewesen sind. Nach zwei Jahren wurde mir angeboten in das Selbstständige Wohnen zu wechseln. Ich bekam meine eigene Wohnung und musste fortan grösstenteils für mich selbst sorgen. Natürlich waren die Sozialpädagogen der Wohngruppe bei allfälligen Problemen für mich da, eine Umstellung ist es trotzdem gewesen.
In meiner ersten Wohnung wurde ich jedoch nicht wirklich glücklich weshalb ich nach ein paar Monaten in den Anbau meiner Wohngruppe gewechselt habe. Seitdem wohne ich zwar in direkter Nähe zu meiner früheren Gruppe, kann mich aber trotzdem gut zurückziehen wenn ich meine Ruhe haben möchte. Auch das Administrative ist so um einiges leichter zu bewältigen als vorher. Zudem habe ich ein gutes Team aus Sozialpädagogen um mich, welches ich über die Zeit zu schätzen gelernt habe, weshalb ich immer wieder gerne auf die Wohngruppe zurückkehre um nach Feierabend etwas Zeit mit den Leuten dort zu verbringen.
Damian, Lernender Polymechaniker
im Albisbrunn Maschinenbau
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